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Ein Blumen-Buch oder reicht eine App?

Juli 1, 2022Juni 21, 2022 von Oliver Breda

Macht ein Blumenbuch über eine bestimmte Region noch Sinn? Bekomme ich nicht alle Informationen, die ich über eine Pflanze haben möchte über eine App? Name? Herkunft? Wissenschaftliche Abhandlungen? Standort?

Kategorien Bücher Schlagwörter app, buch Schreibe einen Kommentar

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Der Venusnabel wächst dort, wo andere kaum Halt fi Der Venusnabel wächst dort, wo andere kaum Halt finden: in Felsspalten, an Mauern, auf alten Dächern, sogar auf Baumrinde. Auf Madeira gehört Umbilicus rupestris zu den Pflanzen, die man leicht übersieht und dann doch nicht vergisst.

Die rundlichen, eingedrückten Blätter erklären den Namen fast von selbst. Später hängen die Blüten wie kleine Glocken am Stiel. Gerade daran sieht man gut, dass auch unscheinbare Arten Charakter haben. Nicht laut, nicht groß, aber klar gebaut für Fels, Spalte und Wand.
Zuckerrohr ist auf Madeira nicht nur Kulturgeschic Zuckerrohr ist auf Madeira nicht nur Kulturgeschichte, sondern erst einmal eine Pflanze mit klarer Gestalt. Saccharum officinarum wächst hoch auf, bildet kräftige Halme mit deutlichen Knoten und wird nicht über Samen vermehrt, sondern über Stücke des Halms. Man steckt also keinen Samen, sondern ein Stück Pflanze in den Boden. Aus diesen Knoten treibt neues Zuckerrohr. Gerade deshalb wirken die Felder oft so geschlossen und gleichmäßig.

Auf Madeira kam das Zuckerrohr früh nach der Besiedlung auf die Insel und wurde im 15. und 16. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Produkte. Es war das weiße Gold. Porto da Cruz zeigt bis heute, dass das keine ferne Vergangenheit ist. Der Engenho do Norte, 1927 gebaut und noch immer in Betrieb, verarbeitet das Rohr bis heute weiter zu Rum und Mel de Cana.

Wer dort steht, sieht also beides zugleich: eine Grasart, die mit ihren saftreichen Halmen den Rohstoff liefert, und eine Mühle, in der aus dieser Pflanze Inselgeschichte wird.
Madeira Levkoje am Nordküstenweg von der Boca do R Madeira Levkoje am Nordküstenweg von der Boca do Risco nach Porto da Cruz: Matthiola maderensis. Eine Pflanze, die gut zu diesem Weg passt. Sie wächst auf Felsen und in Küstennähe, dort wo Wind, Salz und Trockenheit mitreden.

Die Art ist im Madeira Archipel heimisch und fällt nicht durch Größe auf, sondern durch ihren Platz. Sie sitzt dort, wo kaum Boden ist. Gerade an der Nordküste sieht man daran gut, wie spezialisiert viele Pflanzen der Insel sind. Nicht üppig irgendwo, sondern passend genau hier.
Schwarzaugenstrohblume in den Steilwänden im Norde Schwarzaugenstrohblume in den Steilwänden im Norden Madeiras: Helichrysum melaleucum. Eine endemische Art des Madeira Archipels. Die hellen Hüllblätter und das dunklere Zentrum erklären den Namen fast von selbst. Und der Standort zeigt, wie spezialisiert die Flora der Insel ist: felsig, steil, exponiert. Genau dort sitzt diese Art.
Die Schwarzaugenstrohblume in den Steilwänden des Die Schwarzaugenstrohblume in den Steilwänden des Nordens ist Helichrysum melaleucum. Eine endemische Art des Madeira Archipels. Flora On führt sie für steile, felsige Hänge vom Meer bis in große Höhen; das passt genau zu diesen Standorten. (Flora-On Madeira)

Der Name passt gut. Die hellen, strohigen Hüllblätter stehen um ein dunkleres Zentrum. Im Gelände fällt das sofort auf. Im Norden der Insel gehört die Art zu den Pflanzen, die selbst an harten, steilen Standorten noch Fuß fassen. Das IFCN nennt auf der Nordseite sogar eigens eine Pflanzengemeinschaft mit Helichrysum melaleucum und Globularia salicina.
Til und Lorbeer sehen im madeirensischen Lorbeerwa Til und Lorbeer sehen im madeirensischen Lorbeerwald auf den ersten Blick ähnlich aus. Beide prägen die Laurissilva. Aber sie sind nicht dasselbe. Der Til ist Ocotea foetens, der Lorbeer Laurus novocanariensis.

Im Gelände hilft ein genauer Blick auf Blatt und Frucht. Beim Til sitzen an der Blattunterseite nahe der Basis kleine Drüsen. Seine Frucht wirkt unten wie in einen Becher gesetzt, fast etwas eichelartig. Der Lorbeer trägt dagegen die glattere, beerenartige Frucht ohne diesen Becher. Seine Blätter riechen zudem deutlich aromatisch.

Kurz gesagt:
Til = Drüsen an der Blattbasis, Frucht mit Becher.
Lorbeer = aromatisches Blatt, glatte dunkle Beere.
Euphorbia piscatoria an der Ribeira do Tristão. De Euphorbia piscatoria an der Ribeira do Tristão. Der Name erinnert daran, dass man den Milchsaft früher zum Betäuben von Fischen nutzte.
Euphorbia piscatoria an der Ribeira do Tristão. De Euphorbia piscatoria an der Ribeira do Tristão. Der Name kommt nicht von ungefähr. Früher nutzte man den giftigen Milchsaft dieser Wolfsmilch, um Fische zu betäuben. Darauf verweist das piscatoria im Artnamen.

Heute bleibt davon vor allem eine auffällige Küstenpflanze des Madeira Archipels. Wer sie am Weg sieht, schaut also nicht nur auf eine markante Wolfsmilch, sondern auch auf ein Stück alte Nutzungsgeschichte.
Bei Geranium maderense lohnt es sich, genauer hinz Bei Geranium maderense lohnt es sich, genauer hinzusehen. Die Pflanze wirkt kräftig und fast dauerhaft, zumal sie unten verholzt. Genau deshalb denkt man schnell: Die kommt doch immer wieder.

Ganz so einfach ist es nicht. Der Botanische Garten Kew in London führt die Art als zweijährig. Die Royal Horticultural Society, also die britische Gartenbaugesellschaft, nennt sie zweijährig oder kurzlebig ausdauernd. Das passt zum ersten Eindruck nur scheinbar schlecht. Denn verholzte Triebe bedeuten nicht automatisch, dass eine Pflanze viele Jahre weiterlebt.

Der entscheidende Punkt ist der Lebenszyklus. Und der ist bei Geranium maderense offenbar kürzer, als der Wuchs zunächst vermuten lässt. Wer die Pflanze öfter an derselben Stelle sieht, sieht deshalb womöglich nicht dasselbe Individuum wieder, sondern Nachkommen.
Die Vereda da Atalaia ist ein alter Pflasterweg vo Die Vereda da Atalaia ist ein alter Pflasterweg von Paul do Mar hinauf nach Raposeira. Unten und oben wird noch gewirtschaftet. Dazwischen nicht mehr. Dort hält sich an der Felswand die ursprüngliche Küstenvegetation.
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