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Oliver Breda Verlag

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Madeiras Natternkopf, Echium nervosum. Endemisch Madeiras Natternkopf, Echium nervosum. 
Endemisch auf der Insel und alles andere als bloße Kulisse.

Die Pflanze fällt sofort auf: kräftiger Wuchs, raue Blätter, dichte Blütenstände. Doch spannend wird sie erst beim genauen Hinsehen. Dann taucht die Hummel auf. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um eine schöne Blüte, sondern um das Zusammenspiel von Form, Farbe und Bestäubung.

Solche Szenen dauern oft nur Sekunden. Aber sie zeigen, wie viel Leben in einer einzigen Pflanze steckt. Wer nur vorbeigeht, sieht Blüten. Wer stehen bleibt, sieht Zusammenhänge.
Echium nervosum ist eine der Pflanzen, an denen ma Echium nervosum ist eine der Pflanzen, an denen man Madeira lesen lernt. Endemisch. Robust. Unverwechselbar. Die rauen Blätter, der aufrechte Wuchs, die dichten Blütenstände. Und mittendrin die Hummel, die zeigt, dass diese Pflanze nicht nur schön aussieht, sondern Teil eines lebendigen Systems ist.

Wer genauer hinschaut, sieht hier keine Dekoration. Sondern Anpassung, Bestäubung und Inselnatur auf engem Raum.
Der Fanal wirkt fast wie eine Dehesa. Offene Weide Der Fanal wirkt fast wie eine Dehesa. Offene Weidefläche, alte Bäume, parkartige Ruhe. Aber der Eindruck täuscht. Eine echte Dehesa ist ein von Menschen geprägter Eichenwald der Iberischen Halbinsel. Der Fanal gehört zur Laurisilva Madeiras. Beweidet wurde auch hier, doch der Waldtyp ist ein anderer.
Der Fanal erinnert viele an eine Dehesa in Spanien Der Fanal erinnert viele an eine Dehesa in Spanien. Das ist nicht falsch beobachtet, aber nur die halbe Wahrheit.

Ja, auch im Fanal gab und gibt es Beweidung. Ja, die Landschaft wirkt offen, weit und parkartig. Genau das ruft die Assoziation zur Dehesa hervor. Aber eine Dehesa ist mehr als nur beweideter Wald. Sie ist ein eigener Landschaftstyp der Iberischen Halbinsel: locker stehende Bäume, meist Steineichen oder Korkeichen, dazwischen Weide oder Acker, über Jahrhunderte vom Menschen geformt.

Im Fanal stehen dagegen keine Eichen, sondern uralte Bäume des madeirensischen Lorbeerwaldes. Der Ort gehört zur Laurisilva. Die Ähnlichkeit liegt also in der Anmutung, nicht im botanischen oder landschaftsgeschichtlichen Kern.

Kurz gesagt: Der Fanal sieht stellenweise aus wie eine Dehesa. Er ist aber keine. Er ist Laurisilva mit Weidegeschichte.
Seit dem 2. April 2012 ohne Alkohol. Keine Flucht Seit dem 2. April 2012 ohne Alkohol.
Keine Flucht mehr. Keine Betäubung. Keine Ausreden.

Stattdessen: Klarheit, Freiheit, Wirklichkeit.
Und das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. 

#alkoholfrei #nüchtern #ohnealkohol #sobriety #klarheit
Viele nennen den Lorbeerwald auf Madeira einen Rel Viele nennen den Lorbeerwald auf Madeira einen Reliktwald und haben dabei das Bild eines uralten, seit Millionen Jahren nahezu unveränderten Waldes im Kopf. Genau das greift zu kurz. Relikt ist vor allem der Waldtyp. Die Laurisilva bewahrt eine Vegetationsform, die einst in Südeuropa weit verbreitet war. Madeira besitzt heute den größten erhaltenen Rest dieses alten Typs.

Aber der Wald ist kein botanisches Museum. Wer meint, hier stehe einfach derselbe Baumbestand wie damals, macht es sich zu leicht. Neuere Forschungen zeigen, dass die heutige Artenmischung der makaronesischen Lorbeerwälder nicht einfach eins zu eins aus jener fernen Zeit erhalten blieb. Ein Teil der Linien reicht weiter zurück, vieles andere entstand oder etablierte sich später auf den Atlantikinseln.

Genau das macht die Laurisilva so spannend. Sie ist Relikt und Wandel zugleich. Alt ist der Bauplan. Jünger ist ein Teil der heutigen Besetzung. Der Wald führt also nicht einfach direkt ins Tertiär zurück wie ein eingefrorenes Bild. Er zeigt vielmehr, wie ein alter Vegetationstyp auf Inseln weiterlebt und sich dabei verändert.

Präzise gesagt: Der Lorbeerwald Madeiras ist ein Relikt eines alten Waldtyps, nicht automatisch ein unveränderter Restbestand jeder einzelnen heutigen Baumart. Wer das auseinanderhält, versteht mehr von diesem Wald als mit dem bloßen Schlagwort „lebendes Fossil“.
Der Lorbeerwald auf Madeira gilt zu Recht als Reli Der Lorbeerwald auf Madeira gilt zu Recht als Relikt. Aber das Wort führt leicht in die Irre. Viele stellen sich darunter einen Wald vor, der seit Millionen Jahren nahezu unverändert überdauert hat. So einfach ist es nicht.

Relikt ist vor allem der Waldtyp. Die Laurisilva Madeiras bewahrt eine Vegetationsform, die vor 15 bis 40 Millionen Jahren große Teile Südeuropas bedeckte. In diesem Punkt ist die Sache klar. Genau so beschreibt es auch die UNESCO. Madeira besitzt heute den größten erhaltenen Rest dieses alten Lorbeerwald-Typs. 

Schwieriger wird es bei der Frage nach den heutigen Bäumen. Denn hier endet das einfache Bild vom lebenden Fossil. Neuere Forschungen haben die alte Vorstellung vom „Tertiär-Relikt“ deutlich zurechtgestutzt. Der Wald selbst steht in einer alten Tradition. Seine heutige Artenmischung ist aber nicht einfach eins zu eins aus jener fernen Zeit konserviert worden. Vieles hat sich später auf den makaronesischen Inseln neu entwickelt oder neu zusammengestellt. Eine phylogenetische Studie zu typischen Arten der makaronesischen Lorbeerwälder kommt genau zu diesem Schluss: Nur ein kleinerer Teil der untersuchten Linien reicht weit zurück; viele andere entstanden oder etablierten sich erst im Pliozän oder Pleistozän. 

Das heißt: Der madeirensische Lorbeerwald ist kein Museum mit originaler Vollausstattung. Er ist eher ein alter Bauplan, der in neuerer Zeit mit unterschiedlichen Linien weitergebaut wurde. Gerade das macht ihn biologisch so spannend. Er ist zugleich Relikt und Ergebnis von Entwicklung. Alt ist die Grundform. Jünger ist ein Teil der heutigen Besetzung. 

Darum sollte man präzise formulieren. Richtig ist: Die Laurisilva Madeiras ist ein Relikt eines alten, einst in Südeuropa weit verbreiteten Waldtyps. Ebenfalls richtig ist: Die heutigen Bäume sind nicht durchweg dieselben wie damals. Zu pauschal wäre aber der Satz, diese Bäume habe es damals überhaupt nicht gegeben. Einige Linien können durchaus tief zurückreichen. Nur darf man den heutigen Wald eben nicht als unveränderten Rest aus dem Tertiär missverstehen.
Man sieht nur, was man weiß. Das gilt auf Madeira Man sieht nur, was man weiß. Das gilt auf Madeira ganz besonders. Viele laufen dort mit ChatGPT, Pflanzen Apps oder Bilderkennung herum und meinen, damit erschließe sich ihnen die Botanik der Insel. Das ist ein Irrtum. Diese Werkzeuge können oft gut bestimmen. Aber sie helfen dir nicht bei dem, was vorher kommen muss. Sie helfen dir nicht, eine Pflanze überhaupt erst als Pflanze wahrzunehmen.

Wer nicht weiß, was am Wegrand wächst, sieht meist nur Grün. Oder das, was ohnehin jeder kennt. Der Rest bleibt Kulisse. Nicht weil er selten wäre. Sondern weil der Blick ihn nicht erfasst.

Genau da setzt mein Buch an. Es bringt dir nicht zuerst bei, wie man Pflanzen exakt bestimmt. Es zeigt dir erst einmal, was da überhaupt steht. Es macht sichtbar, was andere übersehen. Denn erst wenn du weißt, dass dort etwas wächst, kannst du anfangen, es dir genauer anzusehen.

Der botanische Reiseführer „Madeira – Was hier alles wächst“ führt dich genau an diesen Punkt. Er zeigt typische Pflanzen der Insel, ordnet sie nach Lebensräumen und nennt Standorte, an denen du sie sicher finden kannst. So wird aus grünem Hintergrund Schritt für Schritt eine wirkliche Pflanzenwelt.
Man sieht nur, was man weiß. Das gilt auf Madeira Man sieht nur, was man weiß. Das gilt auf Madeira ganz besonders. Viele laufen dort mit ChatGPT, Pflanzen Apps oder Bilderkennung herum und meinen, damit erschließe sich ihnen die Botanik der Insel. Das ist ein Irrtum. Diese Werkzeuge können oft gut bestimmen. Aber sie helfen dir nicht bei dem, was vorher kommen muss. Sie helfen dir nicht, eine Pflanze überhaupt erst als Pflanze wahrzunehmen.

Wer nicht weiß, was am Wegrand wächst, sieht meist nur Grün. Oder das, was ohnehin jeder kennt. Der Rest bleibt Kulisse. Nicht weil er selten wäre. Sondern weil der Blick ihn nicht erfasst.

Genau da setzt mein Buch an. Es bringt dir nicht zuerst bei, wie man Pflanzen exakt bestimmt. Es zeigt dir erst einmal, was da überhaupt steht. Es macht sichtbar, was andere übersehen. Denn erst wenn du weißt, dass dort etwas wächst, kannst du anfangen, es dir genauer anzusehen.

Der botanische Reiseführer „Madeira – Was hier alles wächst“ führt dich genau an diesen Punkt. Er zeigt typische Pflanzen der Insel, ordnet sie nach Lebensräumen und nennt Standorte, an denen du sie sicher finden kannst. So wird aus grünem Hintergrund Schritt für Schritt eine wirkliche Pflanzenwelt.
Narzissen im Perlenbachtal. Auf den ersten Blick e Narzissen im Perlenbachtal.
Auf den ersten Blick ein Blütenmeer. Auf den zweiten ein Landschaftsarchiv.

Diese wilden Narzissen wachsen nicht einfach irgendwo. Sie brauchen feuchte, offene Wiesen und genau das richtige Maß an Nutzung und Pflege. Bleibt die Mahd aus, kommen Stauden, Gebüsch und schließlich Wald. Wird zu stark eingegriffen, verlieren sie ebenfalls ihren Platz. Das Gelb im Tal ist also kein Zufall. Es ist das Ergebnis eines empfindlichen Gleichgewichts.

Gerade das interessiert mich an solchen Orten. Nicht nur die Blüte. Sondern das, was man nicht sofort sieht: die Geschichte der Wiesen, die Arbeit hinter ihrem Erhalt, die Kürze dieses Moments. Für wenige Wochen im Frühjahr leuchtet das Tal. Dann ist der Zauber wieder vorbei.

Wer hier geht, sollte nicht nur schauen, sondern auch begreifen, wie fragil so ein Bild ist.

#Perlenbachtal #Narzissen #Eifel #Wildpflanzen #Naturbeobachtung
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